Bericht des Pressewartes Oberbayern Herbert Hass zu den Bayerischen Meisterschaften im Karate 2003 in Lauf - Ausrichter Karate-Verein Funakoshi e.V.
Stille Stars -
"Wir bedanken uns bei allen Kampfrichtern, Funktionären, Helfern, Sanitätshelfer, medizinische Kommission, Pressevertretern, etc. - die zum Gelingen der Meisterschaft mit beigetragen haben" J. Mayer, KVFL
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Eine große, mit Holz verkleidete
Halle, Tribünen mit
echten Sitzen, 4 ordentlich aufgebaute Wettkampfflächen, ein extra Podium für
die Wettkampfleitung und ein engagiertes
Organisationsteam. Alles in allem ein würdiges Ambiente für die
Bayerischen Meisterschaften 2003 der Senioren und Junioren.
Auch die ruhige, unaufdringliche Ordnung in der Halle fiel positiv auf und sorgte für eine Atmosphäre die eine ausgezeichnete Beobachtung aller Kämpfe zuließ. Da darf man dem Ausrichtenden Verein Funakoshi Lauf und dem Team um Jürgen Mayer ein Lob aussprechen. Hier wurde eine absolut souveräne Leistung gezeigt. Und in Punkto Freundlichkeit eine Marke gesetzt, insbesondere Jürgen dessen typisches Lächeln eine Problemresistente Standardfunktion zu sein scheint. Kein Wunder, hat er doch durch verschiedene größere Lehrgänge und spezielle Veranstaltungen wie Meisterschaften im Kobudo in seiner Zeit als Präsident eines Kobudo-Verbandes eine gewisse Routine und Professionalität erlangt. |
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Einzig die Zuschauer waren etwas zu ruhig, was wahrscheinlich an den komfortablen, oben erwähnten, Sitzgelegenheiten lag. Aber ganz bestimmt nicht an den Kämpfen, denn diese waren durchweg spannend und vielseitig. Spektakulär z. B. ein „gestoßener“ Ura Mawashi Geri, also so eine Art Mischung aus Ura Mawashi und Yoko Geri. Die Technik erreicht eine ungeahnte Länge und sorgte mehrmals für 3 satte Punkte beim Ausführenden. Ebenso beeindruckend einige blitzsaubere Wurftechniken, wobei der Nachfolgende tsuki zeitgleich mit dem Bodenkontakt des Geworfenen ausgeführt Wurde. Dies erfordert ein hervorragendes Timing von höchstem Schwierigkeitsgrad was den verdienten Lohn in Form von 3 Punkten mehr als rechtfertigt.
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Dabei wurde zwar fair aber auch etwas härter gekämpft und bei leichteren Jodan-Kontakten gab es eher Punkte als Verwarnung. Fast möchte man den Kämpfern Raten es wie die Känguruhs zu machen. Diese halten während eines Kampfes Die schützende Spannung der Bauchmuskeln permanent aufrecht, während sie Auf den Schwanz gestützt mit den Beinen in selbigen des Gegners treten. Die Empfehlung gilt natürlich nur und ausschließlich für die permanente Anspannung Der Bauchmuskulatur!!
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Bei Kata zeigte sich mal wieder, wie wichtig es für die Athleten ist die richtige Kata zu wählen. Wenn mit einer eher kurzen Kata, die viele langsame Bewegungen enthält, deren Schwierigkeitsgrad oft weit unterschätzt wird, gegen eine schnelle dynamische Kata gekämpft wird ist eine Entscheidung äußerst schwierig, tendiert jedoch meist eher zur dynamischen Kata. Mehr und mehr zeigt sich hier das Athleten gut beraten sind, wenn sie ihre Kata Nach diesen Gesichtspunkten auswählen und dafür auch die eigenen „Stilgrenzen“ überschreiten.
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Sehr zum Verdruss vieler wurde das Finale im Gegensatz zum Jahr zuvor zeitgleich Auf zwei Matten kämpfend, sowohl im Kumite, als auch in Kata, ausgetragen. O-Ton eines Sportlers: „Dadurch werden die Athleten in eine Anonymität gebracht, die sie nicht verdienen“. O-Ton eines Betreuers: „Das ist sehr schade.“ Und aus Sicht der Medien? Katastrophe! Unmöglich zeitgleich stattfindende Kämpfe Im Detail zu beobachten, von der Hektik beim Fotografieren, bei der auch schon Mal um die Matten gesprintet wird, ganz zu schweigen. Wenn Finale in dieser Form durchgeführt werden, hat man den Eindruck das es Hier primär um die möglichst Zeitsparende Abwicklung geht und nicht um eine Optimale Präsentation der Athleten und Kämpfe. Dafür war man dann aber Tatsächlich um 20:30 fertig. Bei einer einmal im Jahr ausgetragenen Landes-Meisterschaft sollte der frühzeitige Feierabend doch eher zweitrangig sein.
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Absolut nicht zweitrangig, sondern im Gegenteil eine erstklassige Wahl, war Der Einsatz der Showtanzgruppe Just for Fun von Manuela Poppmeier. Jürgen Mayer kennt die Mädels schon länger…Neid!!!... Diese boten dann Stimmungsvollen Synchrontanz bei mitreißender Musik, was bei allen Zuschauern ein Glitzern in den Augen erzeugte. Und selbst ein „dienstlich“ blickender Kampfrichter wechselte auf Lächeln nach dem Hinweis: „Das ist keine Kata die Du Werten musst!“ Das bei derartiger Stimmung einigen Athleten, die sich gerade für ihre Kämpfe Aufwärmten, selbiges etwas einfacher fiel und verräterisch rhythmisch wirkte Ist nicht nur verständlich, sondern schön. Insbesondere angesichts des zweiten Auftritts der Gruppe zur Hälfte des Finales konnte man einen Eindruck gewinnen, welches Potential besteht Um eine Atmosphäre zu schaffen und aufrecht zu erhalten die aus einem Finale eine Abendveranstaltung macht die nicht nur sportlich interessant Ist, sondern rundum begeistert und dann auch etwas länger dauern darf!
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Apropos Begeisterung, Begegnungen wie Valon Gashi gegen Thomas Dannheimer, oder Dragan Petrovic gegen Daniel Müllich waren hier ebenfalls zielführend. In einem äußerst schnellen Kampf, bei dem Valon seinen gefürchteten Ura-Mawashi diesmal nicht exakt ins Ziel bringen konnte gewann Thomas mit sehr gut getimtem tuski Techniken. Dragan Petrovic überzeugte mit seinem blitzartigen Stellungsspiel, verletzte sich zwar leicht am Fuß, konnte aber nach Behandlung Weiterkämpfen. Interessant wie er sich selbst emotional aufputschte und so Noch einmal Höchstleistung zeigte, die mit Sieg belohnt wurde. Für mich immer besonders beeindruckend, wenn es einem Kämpfer gelingt In Kata und Kumite zu siegen. Diesmal gelang das Thomas Dannheimer der nach Seinem Sieg im Kumite sich auch noch den Kata Titel sicherte, gegen eine stark Vorgetragene und exakte Suparimpei des Vorjahres Siegers Markus Kumer.
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Kommen wir zu den Junioren. Nach einer eher kurzen Nacht (P.s. Die Disco Fun ist sehr zu empfehlen. Die Größe der Tanzflächen entspricht der einer Wettkampfmatte, es sind nur mehr „Kämpfer“ erlaubt.) darf ich wieder Reden, fotografieren, schreiben und tatsächlich, während ich schreibe, Valon Gashi beim Kämpfen zuschauen. Hat gerade einen bösen Tsuki zum Kopf Eingefangen, was mich daran erinnert das ich gestern schon Gespräche darüber hatte das ……(Unterbrechung, eine Super Technik Wurf mit tsuki von Gashi und gleich darauf wieder sein Ura-Mawashi, ist echt spannend), die Kämpfer bei ihren Angriffen zu oft, die Deckung, speziell im Bereich des Kopfes, vernachlässigen. Leider hat man sich hier entschlossen die Finale direkt auf den Pools auszutragen. Schwierig da die Übersicht zu behalten. Einziger Vorteil, die Athleten, von denen ja viele auch am Samstag gestartet sind, konnten früher die Heimreise antreten.
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Teils sehr präzise, schnelle und harte Techniken waren in den Kata zu sehen. Aber noch wirkt es teilweise etwas zu ruckartig und „automatenhaft“. Ausnahme Goju-Ryu, wo von Beginn an weiche und harte, langsame und schnelle Bewegungen gelehrt werden. Verwirrungen gab es dann beim Halbfinale der Kata-Mannschaften der Damen. Hier zeigte Grasbrunn ihre Kata mit anschließendem Bunkai. Shotokan Bessenbach zeigte ihre Kata jedoch ohne Bunkai und gewann. Da jedoch das Bunkai für das Halbfinale vorgeschrieben war, gab es leichten Protest. Daraufhin gab man Bessenbach eine Einübungszeit und die Möglichkeit das Bunkai nachträglich vorzutragen. Wie sich das mit Den Regeln des Kata Shiai verträgt? Einige, nicht beteiligte, hierzu befragte Kampfrichter zeigten jedenfalls Unverständnis. Insgesamt waren es gute Darbietungen, und die Durchschnittliche Leistung „Leistungsdichte“ lag sogar etwas höher als die bei den Senioren, wo doch Athleten von deutlich unterschiedlichem Niveau antraten. Auch wurde schon mit „Joker“ gearbeitet, so benutzte Daniela Kirschbauer vom Shorin Ryu Seibukan die Shito-Ryu Kata Nipaipo um Sich gegen Sabrina Kumer, die Shisochin zeigte, durchzusetzen. Ihre Nipaipo erreichte zwar nicht die Präzision von Sabrina’s Shisochin, war aber die deutliche dynamischeren Kata. Im Finale zeigte sie dann wieder Chinto (Tomari-Version) ihres Eigenen Stils und gewann gegen Verena Fritz mit Jiin.
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Ein besonderes Lob gilt den vielen Helfern aus dem Lager des Funakoshi Lauf. Immer präsent, immer höflich und unaufdringlich für Ordnung sorgend, dabei hilfsbereit und freundlich lächelnd, zeigten sie eine vorbildliche Leistung!
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